Endlich: Reis mit Bohnen (auch wenn die auch eine seltsame Form haben und weiß sind). Comedor neben Busterminal in Chiclayo (Nordperu). 4 Soles (ca. 1€, exkl. Getränk).
Freitag, 25. März 2011
Einfach lecker (II)
Endlich: Reis mit Bohnen (auch wenn die auch eine seltsame Form haben und weiß sind). Comedor neben Busterminal in Chiclayo (Nordperu). 4 Soles (ca. 1€, exkl. Getränk).
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Dienstag, 22. März 2011
Meer unser
"23. März
Das Meer gehört uns, den Bolivianer[n]
Tag des Meeres"
(Im Magazin "Mare" lässt sich schön nachlesen, was es damit auf sich hat. Zur Zeit wird mit Chile verhandelt, dass Bolivien nun bald wieder einen Zugang zum Meer bekommt. Vielleicht. Hoffentlich.)
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Donnerstag, 10. März 2011
Koka (III). Grün und süß
Aus Koka-Blättern kann man fast alles herstellen, natürlich auch Limonade. "Der natürliche Koka-Geschmack für deine Gesundheit", steht auf dem Etikett. Das Getränk schmeckt ungefähr so, wie es aussieht: Grün, und vor allem: süß.
Samstag, 19. Februar 2011
Kleine Dinge ganz groß
Auf den ersten Blick ist die Feria de Alasita in La Paz so etwas wie eine Mischung aus Weihnachtsmarkt und Schützenfest. Dosenwerfen, frittiertes Essen, Kunsthandwerk.

Was auffällt: Es gibt hier Miniaturmodelle aller möglicher Dinge zu kaufen: Autos, Häuser, Bierkisten, Zeugnisse, Geldscheine. Und hier liegt die besondere Tradition.

Diese kleinen Dinge verschenkt man nun, und wenn einem Ekeko, der aymarische Gott des Wohlstandes, gnädig gestimmt ist, gehen die Wünsche in Erfüllung. Geht man nach dem, was die Menschen dieser Tage auf die Straßen treibt, dann müssten eigentlich Miniaturzuckersäcke und kleine Benzinkanister die Verkaufsrenner sein. Was mit dem Protest gegen den Gasolinazo im Dezember begann, ist noch lange nicht vorbei.

Die erhebliche Erhöhung der Treibstoffpreise wurde zwar schnell zurückgenommen, aber der Protest geht weiter. Die Fahrgäste protestieren gegen die Erhöhung der Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr, die Mini- und Microbus-Unternehmer streiken in manchen Städten für eine Erhöhung der Fahrpreise. Und alle (mit Ausnahme wohl der Lebensmittelverkäufer) protestieren gegen die hohen Lebensmittelpreise, vor allem der Zucker ist knapp und teuer geworden. Immer wieder greift man zum beliebtesten Protestmittel in Bolivien: Der Straßenblockade. Allerdings kommt Mutter Natur den menschlichen Blockieren zuweilen zuvor. Durch starke Regenfälle sind viele Straßen im Land unpassierbar.
Schwierige Zeiten für Ekeko.

Was auffällt: Es gibt hier Miniaturmodelle aller möglicher Dinge zu kaufen: Autos, Häuser, Bierkisten, Zeugnisse, Geldscheine. Und hier liegt die besondere Tradition.

Diese kleinen Dinge verschenkt man nun, und wenn einem Ekeko, der aymarische Gott des Wohlstandes, gnädig gestimmt ist, gehen die Wünsche in Erfüllung. Geht man nach dem, was die Menschen dieser Tage auf die Straßen treibt, dann müssten eigentlich Miniaturzuckersäcke und kleine Benzinkanister die Verkaufsrenner sein. Was mit dem Protest gegen den Gasolinazo im Dezember begann, ist noch lange nicht vorbei.

Die erhebliche Erhöhung der Treibstoffpreise wurde zwar schnell zurückgenommen, aber der Protest geht weiter. Die Fahrgäste protestieren gegen die Erhöhung der Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr, die Mini- und Microbus-Unternehmer streiken in manchen Städten für eine Erhöhung der Fahrpreise. Und alle (mit Ausnahme wohl der Lebensmittelverkäufer) protestieren gegen die hohen Lebensmittelpreise, vor allem der Zucker ist knapp und teuer geworden. Immer wieder greift man zum beliebtesten Protestmittel in Bolivien: Der Straßenblockade. Allerdings kommt Mutter Natur den menschlichen Blockieren zuweilen zuvor. Durch starke Regenfälle sind viele Straßen im Land unpassierbar.
Schwierige Zeiten für Ekeko.
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Dienstag, 8. Februar 2011
Koka (II). Oder: Höhentraining
Geht man in La Paz - oder sonstwo in Bolivien - in ein Café, gibt es neben Kaffee, klar, auch Mate zu trinken. Das ist hier nicht der mit Metallstrohhalm geschlürfte Kräutersud wie in Argentinien oder Uruguay, sondern Mate de Coca, Koka-Tee (wahlweise auch kombiniert mit Kamille und Anis).

Gerade in La Paz, dem höchsten Regierungssitz der Welt (die Hauptstadt Boliviens ist, auch wenn gerne Anderes behauptet wird, Sucre), kommt eine der Koka-Wunderwirkungen zum Tragen. Koka soll dabei helfen, die Auswirkungen der Höhe besser zu überstehen, und ±3700 Meter ist ja schon ein bisschen hoch. Wie gut und stark die Wirkung ist, kann ich nicht beurteilen, dafür habe ich das Zeugs zu selten getrunken und keine Vergleichsgruppe parat. Klar ist aber: Ich spüre die Höhe. Nicht immer und jederzeit, aber laufe ich - womöglich schnellen Schrittes - bergauf oder steige eine Treppe hoch, fühle ich mich ein bisschen wie mit einem Bremsfallschirm verbunden. Aber ein bisschen Höhentraining kann ja nicht schaden.
Eine Tasse Koka-Tee kostet in einem Café übrigens meist 5 Bs. (ca. 0,52 Euro). Und schmeckt wie gewöhnlicher, etwas herber, Kräutertee.

Gerade in La Paz, dem höchsten Regierungssitz der Welt (die Hauptstadt Boliviens ist, auch wenn gerne Anderes behauptet wird, Sucre), kommt eine der Koka-Wunderwirkungen zum Tragen. Koka soll dabei helfen, die Auswirkungen der Höhe besser zu überstehen, und ±3700 Meter ist ja schon ein bisschen hoch. Wie gut und stark die Wirkung ist, kann ich nicht beurteilen, dafür habe ich das Zeugs zu selten getrunken und keine Vergleichsgruppe parat. Klar ist aber: Ich spüre die Höhe. Nicht immer und jederzeit, aber laufe ich - womöglich schnellen Schrittes - bergauf oder steige eine Treppe hoch, fühle ich mich ein bisschen wie mit einem Bremsfallschirm verbunden. Aber ein bisschen Höhentraining kann ja nicht schaden.
Eine Tasse Koka-Tee kostet in einem Café übrigens meist 5 Bs. (ca. 0,52 Euro). Und schmeckt wie gewöhnlicher, etwas herber, Kräutertee.
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Sonntag, 30. Januar 2011
Koka (I)
"Coca no es Cocaína", Koka ist nicht dasselbe wie Kokain, sondern ein Jahrtausende alte heiliges Kulturgut der Andenvölker, das betont Präsident Evo Morales immer wieder und steckt sich dabei gerne, wie hier bei den Vereinten Nationen in Wien, eines der Blätter in den Mund (Minute 3:30).
Ein großes Ärgerniss für Morales, der übrigens auch nach seinem Amtsantritt als Präsident immer noch Chef der Kokabauern-Gewerkschaften ist: Nicht nur der Anbau von Koka in Bolivien ist reglementiert, sondern auch das Koka-Kauen laut der UN-Betäubungsmittelkonvention aus dem Jahre 1961 verboten, und zwar 25 Jahre nach deren Inkrafttreten. Bolivien hat die Konvention im Jahr 1976 ratifiziert, demnach ist seit 2001 das Koka-Kauen auch in Bolivien nicht mehr erlaubt. Theoretisch.
Denn es wird weiter fleißig gekaut, nicht nur im Altiplano, gegen die Symptome der Höhenkrankheit, sondern auch im Tiefland, gegen Hunger und Durst. Koka kauend kann man härter arbeiten. Eine wahre Wunderpflanze, in der neuen Verfassung als "kulturelles Erbe" und als "erneuerbare natürliche Ressource" bezeichnet (Artikel 384).
Dieses Erbe gilt es zu schützen, deshalb war vor kurzem Boliviens Außenminister David Choquehuanca auf einer Tour durch einige europäische Länder, um für die Legalisierung des Koka-Kauens und eine entsprechende Änderung der UN-Konvention zu werben. Dasselbe tat Boliviens UN-Botschafter Pablo Solon vor Journalisten in New York.
Aber vor allem die USA bekämpfen das Koka-Blatt und alles, was dazugehört, denn schließlich kann daraus Kokain hergestellt werden (und wird natürlich auch). Heute läuft die Frist ab, bis zu der die UN-Mitgliedsstaaten Einspruch gegen Boliviens Ansinnen einlegen können.
Evo Morales und seine Cocalero-Kollegen werden weiter kämpfen.
Ein großes Ärgerniss für Morales, der übrigens auch nach seinem Amtsantritt als Präsident immer noch Chef der Kokabauern-Gewerkschaften ist: Nicht nur der Anbau von Koka in Bolivien ist reglementiert, sondern auch das Koka-Kauen laut der UN-Betäubungsmittelkonvention aus dem Jahre 1961 verboten, und zwar 25 Jahre nach deren Inkrafttreten. Bolivien hat die Konvention im Jahr 1976 ratifiziert, demnach ist seit 2001 das Koka-Kauen auch in Bolivien nicht mehr erlaubt. Theoretisch.
Denn es wird weiter fleißig gekaut, nicht nur im Altiplano, gegen die Symptome der Höhenkrankheit, sondern auch im Tiefland, gegen Hunger und Durst. Koka kauend kann man härter arbeiten. Eine wahre Wunderpflanze, in der neuen Verfassung als "kulturelles Erbe" und als "erneuerbare natürliche Ressource" bezeichnet (Artikel 384).
Dieses Erbe gilt es zu schützen, deshalb war vor kurzem Boliviens Außenminister David Choquehuanca auf einer Tour durch einige europäische Länder, um für die Legalisierung des Koka-Kauens und eine entsprechende Änderung der UN-Konvention zu werben. Dasselbe tat Boliviens UN-Botschafter Pablo Solon vor Journalisten in New York.
Aber vor allem die USA bekämpfen das Koka-Blatt und alles, was dazugehört, denn schließlich kann daraus Kokain hergestellt werden (und wird natürlich auch). Heute läuft die Frist ab, bis zu der die UN-Mitgliedsstaaten Einspruch gegen Boliviens Ansinnen einlegen können.
Evo Morales und seine Cocalero-Kollegen werden weiter kämpfen.
Dienstag, 25. Januar 2011
Einfach lecker (I)
Fruchtshake auf dem Markt in Sucre, frisch zubereitet. 3-5 Bolivianos (ca. 0,30-0,50€), inklusive Nachschenken)
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Montag, 24. Januar 2011
Der Bus faucht und Evo träumt
La Quiaca, Argentiniens Grenzstadt, Kakteen wachsen hier und Hunde bellen die Autos an. Samstagmorgen halb sieben, der Bus aus Salta war eine Stunde schneller als geplant. Es nieselt und es ist kalt. Ein paar Blocks weiter, in Villazón, ist es erst halb sechs, doch um die Stunde geschenkt zu bekommen, muss ich mich erstmal in die Schlange stellen. Viele Leute laufen an der Schlange vorbei, Männer, ein Fahrrad schiebend, und Frauen im bunten Gewand, beladen mit Tüten voller Brot und Eiern. Wer nur mal eben so nach Bolivien will, wird nicht kontrolliert.

"Bienvenidos a la República de Bolivia" steht auf dem Schild, in weißen Lettern auf grünem Grund. Das Schild ist veraltet, denn eine Republik ist Bolivien seit einem Jahr nicht mehr. Der Einreisestempel wurde schon aktualisiert: Estado Plurinacional de Bolivia steht da. Plurinationaler Staat Bolivien.
Der Bus umfährt einen die Straße blockierenden Unfall auf Feldwegen und faucht. Er kämpft sich nach oben; mal ist die Straße geteert, mal nicht. Die Landschaft ist karg, braune Erde, ein paar Sträucher, ab und zu ein Baum. Auf Mauern und Häuser steht, hingesprüht mit blauer Farbe: "Evo" und "MAS". "Más" heißt auf Spanisch "mehr" und MAS ist das Movimiento al Socialismo, die Regierungspartei Boliviens. Und Juan Evo Morales Ayma ist der erste indigene Präsident; er hat sich zum Ziel gesetzt, das Land umzugestalten, von 500 Jahre Kolonialherrschaft zu befreien. Was er (natürlich nicht alleine) schon geschafft hat (und was nicht), das will ich mir in den kommenden Wochen anschauen.

Abends in der Pension in Potosí, rund 4000 Meter über dem Meer, spricht Morales im Fernsehen, es ist die Zusammenfassung seiner Rede vor dem Parlament. Genau fünf Jahre ist er nun im Amt und zieht Bilanz. Und er träumt. Er träumt von einer Zugverbindung vom Atlantik zum Pazifik und ist gleich bei dem für Bolivien wichtigsten Thema: Dem Zugang zum Meer.
Den verlor Bolivien nämlich Ende des 19. Jahrhunderts und ist seitdem ein Binnenstaat - ein nationales Trauma. Und die Atacama-Wüste, sagt Morales noch ganz nebenbei, die holen wir uns auch bald zurück. Die Atacama-Wüste (bekannt durch die 33 Kumpel, die dort aus dem Stollen gerettet wurden und unter der ein großes Lithium-Vorkommen vermutet wird), gehört aber zu Chile. Und jetzt sagt Morales, sie holen sie bald zurück! Das sorgt für Schlagzeilen und Aufregung. Kommt gar nicht in Frage, faucht Chiles Präsident Piñera. Zwar reden die beiden Regierungen seit einer Weile wieder miteinander, auch über Boliviens Meereszugang, aber die Atacama-Wüste steht nicht zur Debatte, betont Piñera.
Am Sonntag sagt Morales' Sprecher: Das mit der Atacama-Wüste, das war nur ein Scherz.
"Bienvenidos a la República de Bolivia" steht auf dem Schild, in weißen Lettern auf grünem Grund. Das Schild ist veraltet, denn eine Republik ist Bolivien seit einem Jahr nicht mehr. Der Einreisestempel wurde schon aktualisiert: Estado Plurinacional de Bolivia steht da. Plurinationaler Staat Bolivien.
Der Bus umfährt einen die Straße blockierenden Unfall auf Feldwegen und faucht. Er kämpft sich nach oben; mal ist die Straße geteert, mal nicht. Die Landschaft ist karg, braune Erde, ein paar Sträucher, ab und zu ein Baum. Auf Mauern und Häuser steht, hingesprüht mit blauer Farbe: "Evo" und "MAS". "Más" heißt auf Spanisch "mehr" und MAS ist das Movimiento al Socialismo, die Regierungspartei Boliviens. Und Juan Evo Morales Ayma ist der erste indigene Präsident; er hat sich zum Ziel gesetzt, das Land umzugestalten, von 500 Jahre Kolonialherrschaft zu befreien. Was er (natürlich nicht alleine) schon geschafft hat (und was nicht), das will ich mir in den kommenden Wochen anschauen.
Abends in der Pension in Potosí, rund 4000 Meter über dem Meer, spricht Morales im Fernsehen, es ist die Zusammenfassung seiner Rede vor dem Parlament. Genau fünf Jahre ist er nun im Amt und zieht Bilanz. Und er träumt. Er träumt von einer Zugverbindung vom Atlantik zum Pazifik und ist gleich bei dem für Bolivien wichtigsten Thema: Dem Zugang zum Meer.
Den verlor Bolivien nämlich Ende des 19. Jahrhunderts und ist seitdem ein Binnenstaat - ein nationales Trauma. Und die Atacama-Wüste, sagt Morales noch ganz nebenbei, die holen wir uns auch bald zurück. Die Atacama-Wüste (bekannt durch die 33 Kumpel, die dort aus dem Stollen gerettet wurden und unter der ein großes Lithium-Vorkommen vermutet wird), gehört aber zu Chile. Und jetzt sagt Morales, sie holen sie bald zurück! Das sorgt für Schlagzeilen und Aufregung. Kommt gar nicht in Frage, faucht Chiles Präsident Piñera. Zwar reden die beiden Regierungen seit einer Weile wieder miteinander, auch über Boliviens Meereszugang, aber die Atacama-Wüste steht nicht zur Debatte, betont Piñera.
Am Sonntag sagt Morales' Sprecher: Das mit der Atacama-Wüste, das war nur ein Scherz.
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